Packen ist das Hauptthema. Packen, organisieren, Medikamente sichten, welche Schuhe nehme ich mit? Welche Hose? Welche Kleidung sprühe ich ein, welche nicht? Hab ich alle Klamotten bereit gelegt? Habe ich alle Dokumente? Es sind diese Fragen, die mich als Teilnehmer meines ersten Muskathlons in Uganda zurzeit beschäftigen. Parallel läuft die Familie weiter. Ehe läuft weiter - logisch! Ich bin ja nicht der Nabel der Welt, auch wenn ich mich zurzeit ein bisschen so fühle. Also: cool bleiben. Viele meiner Gedanken haben eine total kurze Zündschnur und stehen zur Explosion bereit. Explosion zur Sorge. Ja, ich bin eine gute Spur nervös. Weil ich ein Planungsfreak bin und mal wieder merke, dass man nicht alles planen kann. Und auch nicht alles planen muss. Charakterwochenende ist das eine. Davon habe ich schon mehrere erlebt, sowohl als Teilnehmer als auch als Mitarbeiter. Hab geschwitzt, hab Jesus erlebt, hab Bruderschaft erlebt. Aber das hier, dieser Muskathlon, das ist mehr als eine einfache Reise. Es ist eine geistliche Herausforderung besonderer Größenordnung. Es ist das vermutlich spannendste, was ich je erlebt habe.
Doch ich habe großes Glück, denn meine Frau Claudia wird mich begleiten. Gemeinsam haben wir in den letzten Monaten diesen Ruf zum Muskathlon verspürt, haben daraufhin Werbung für Patenschaften gemacht, waren sogar in der Lokalzeitung, haben mit Kollegen, Familien, Freunden und Verwandten gesprochen und unsere Überzeugung weitergegeben. Eine Überzeugung, zu der wir auch immer noch feste stehen: wir wollen etwas für Gerechtigkeit tun. Und das hier ist unser ganz persönliches Missionsprojekt. Insgesamt konnten auf diese Weise achtzehn Kindern ein Ersatz-Mama bzw. Ersatz-Papa vermittelt werden. Achtzehn kleine Menschen, die nun eine reelle Chance haben, der Armut zu entfliehen. Dafür sind wir sehr sehr dankbar!!
Doch nun - wenige Stunden vor der Abreise kommen innere Kämpfe, Zweifel, Fragen, von denen die nach dem "schaffe ich einen Halbmarathon in den Bergen Ugandas" noch die geringste ist.
Es ist etwas großes, etwas riesiges, etwas heiliges, etwas, das nicht mit Händen greifbar ist. Noch rede ich, wie der Blinde von der Farbe. Schon bald darf ich sehen. Freude, Lampenfieber, Sorge, Anspannung. Das ist ein emotionaler Cocktail, der erstmal runter muss....
Morgen ist "Tag 0", abends geht es bereits Richtung Frankfurt zu Freunden und Mit-Muskathleten. Gemeinsam werden wir dann an "Tag 1" aufbrechen in ein Abenteuer unbekannter Dimension.
„Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christo Jesu.“
Philipper 4:7
Ein Gedanke, ein göttliches Versprechen, welches mir sehr viel bedeutet!
Ich werde in den nächsten Tagen versuchen fortlaufend an dieser Stelle über unser Abenteuer zu berichten...bleib also dran :-)
LG
Jörg