Dienstag, 24. Mai 2016

Tag Fünf

"Der HERR sprach zu ihm: Was hast du in deiner Hand? Er sprach: Einen Stab!“
‭‭2. Mose‬ ‭4:2‬

Mose fühlte sich seinerzeit überfordert, um ein ganzes Volk aus der Knechtschaft Ägyptens zu führen. Eine Mammutaufgabe lag vor ihm - und ich kann ihn sehr gut verstehen! Zur Wahrnehmung dieser Verantwortung reicht nicht der Satz "Wo ich bin ist vorne!". Also begann er mit Gott zu diskutieren. Er hinterfragte diese "irre" Idee und sah nachvollziehbarer Weise nur seine eigenen Möglichkeiten ohne auf die unerschöpfliche Kraft Gottes zu schauen. Dann kam die oben erwähnte Frage: "Was hast du in deiner Hand?". Es war bloß ein Stab. Einen einfachen Stock. Doch Gott selbst bewies, was er aus einfachen Mitteln machen kann. "Meer teilen" und "Wasser aus Felsen" waren zwei Handlungen. Mit eben diesem schnöden Stock. 

Mit diesen Gedanken begann der heutige Tag bei einer gemeinsamen Andacht. Was können wir also den Kindern am Kids-Fun-Day geben? Womit können wir Ihnen Wertschätzung, Liebe, Würde, Anerkennung und vieles andere mehr geben? Antwort: mit dem, was wir in unserer Hand haben. Mit eben den Mitteln und Möglichkeiten, die der lebendige Gott in Wunder verwandeln kann! 

Let's do it. 

 

So fuhren wir heute erneut nach Kisoro in das schon gestern besuchte Kinderzentrum von Compassion. 400 Kinder warteten gespannt auf uns. Fast alle erhielten rote Shirts mit der Aufschrift "Jesus loves me". Wir spielten mit den Kindern, ließen Luftblasen steigen, rannten um die Wette, spielten die unterschiedlichsten Dinge und spendierten Ihnen allen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit. 

Denn DAS war in unserer Hand. 

 

Die Kids hatten Spaß ohne Ende. Eine anfängliche Schüchternheit wich schon bald der puren Freude am Leben. 

Und dann war es soweit, mein persönliches Highlight sollte kommen: ich durfte unser Patenkind persönlich kennenlernen. Racheal, sechs Jahre jung, zierlich, schüchtern saß mir und meiner Frau direkt gegenüber. Eine Mitarbeiterin von Compassion war dabei, übersetzte und hatte zuvor mit Racheal eine mehrstündige Autofahrt hinter sich, um uns für knapp 60 Minuten zu sehen. 

 

Wie oft bin ich diesen Moment im Kopf durchgegangen? Hatte mir Ideen zurechtgelegt, Fragen vorbereitet, irgendwelche Eisbrecher, damit keine peinliche Stille entsteht. Und jetzt war alles weg. Und als das zierliche Mädchen uns ein Lied vortrug, war der Kloß in meinem Hals echt riesig. 

Doch die Freude Racheal zu treffen war sehr groß. Natürlich war sie mt der Situation mindestens genauso überfordert wie wir. Aber wir nutzen die eine Stunde die wir hatten so gut es ging. 

Es war ein ziemlich genialer Tag. Nun geht es mit großen Schritten auf den Muskathlon zu. Training, Ruhetag und schließlich "Wettkampf". Doch letztlich laufen, biken und wandern wir miteinander, nicht gegeneinander. Es wird nochmal hart. Die körperliche Anstrengung wird riesig. Und dennoch ist ein gewisses Lampenfieber auf den Muskathlon zu spüren. Nicht nur bei mir. 

Morgen ist Ruhetag. Also auch kein Blog. Oder vielleicht doch....mal sehen.

Grüße aus Uganda
Jörg