Wenn DU nichts änderst, ändert sich nichts! Diesen Satz habe ich neulich als Posting auf Facebook gelesen. Dort werden ja allerhand schlaue und halbschaue Sachen veröffentlicht (in welche Kategorie dieser Beitrag gehört, entscheidest Du...). Die o.g. Aussage kann man mit einem „Yeah“, einem „Genau“ oder meinetwegen auch mit einem „Amen“ quittieren. Denn der Satz stimmt. Und er provoziert. Auch wenn er etwas abgedroschen klingt. Er könnte aus der Werbung stammen oder aus einem Seminar für Personalentwicklung. Vielleicht hat ihn auch schon irgendein gut bezahlter Personalcoach verwendet oder der Bundestrainer. Keine Ahnung. Für die Sinnhaftigkeit der Aussage ist es auch völlig unerheblich, wer ihn gesagt hat. Viel wichtiger ist, was damit gemeint ist.
Kurzer Exkurs in die Physik – um mal eine technische Brücke zu schlagen: Im zweiten Hauptsatz der Thermodynamik heißt es sinngemäß:
Die Unordnung (Entropie) eines abgeschlossenen Systems bleibt konstant oder nimmt zu.
"Geschlossenes System" bedeutet physikalisch, dass keine Einflussnahme auf die Einzelkomponenten von außen genommen wird. Scherzhaft kann man diese Aussage auf „geschlossene Systeme“ wie z.B. Kinderzimmer, Schubladen, Damenhandtaschen, Autohandschuhfächer, Kellerräume usw. anwenden. In diesem Zusammenhang verstehe ich diese Theorie echt gut und stimme ihr zu. Manches mal gleicht nämlich ein Kinderzimmer einem Ort, an dem ein Panzer gewendet hat. Mehrmals. Die Auswirkungen solcher Entropiezunahmen sind dann sehr gut sichtbar, wenn auch für den Rest des Lebens vermutlich wenig wichtig. Doch – und jetzt mal ernsthaft – sind auch wir, Du und ich, in unseren Systemen für Teile irgendeiner Unordnung verantwortlich. Wir bauen uns ein eigenes geschlossenes System. Möglichst keine Einflussnahme von außen. Wir gehören uns selber, inklusive der darin enthaltenen Unordnungen. Unordnungen, die wir uns in den Jahren „mühsam“ gebaut haben, sie in der Zwischenzeit nicht nur dulden sondern sogar gelernt haben, mit Ihnen aktiv zu leben. Mancher findet sogar, dass Attribute wie Unordnung, Unverbindlichkeit, Oberflächlichkeit, Planlosigkeit in einem vernünftigen Maß eher gut sind. Das ist cool. In meinem Kinderzimmer hing damals der Spruch: „Das Genie übersieht das Chaos – nur die Dummen räumen auf.“ Die Legitimation zum Chaos also. Ist aber letztlich nur ein Spruch. Trotzdem: Insgeheim möchten wir hier und da in unserem Alltag die Unordnung gerne mal durch Ordnung ersetzen. Stabilität, Fundamente, Leitplanken, die uns zum Ziel führen. In der Schule, im Arbeitsleben, in der Partnerschaft, Familie, Konto, im Leben generell, wo auch immer. Stattdessen leben wir in unserem kleinen Chaos - haben unsere Welt in der "Dose". Geben uns lässig unseren externen Beobachtern (Freunde, Kollegen, ...) als zufrieden, möchten aber am liebsten ausbrechen. Neustart, wie an einem PC. Stattdessen öffnen wir nur gelegentlich mal den Deckel, dann kurz rausschauen, staunen, Mut verlieren, Deckel zu. Fertig.
Wenn DU nichts änderst, ändert sich nichts!
Oft fehlt der Mut zur Veränderung. Neues wird schon deswegen abgelehnt, weil es neu ist. Machen es erst viele andere, spricht man z.B. von Mode und auch die anfänglichen Zweifler machen mit. Weil es jeder macht. Ist doch irgendwie blöd, oder? Trau Dich mal. Versuch macht klug.
Reiß mal in Deiner Welt das Fenster auf, lüfte mal durch. Zieh mal den Vorhang weg und gönn Dir mal ´ne Veränderung. Und wie sollte es anders sein, hier ein kleiner Mut-mach-Vers aus der Bibel dazu.
...und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!
Die Bibel, Das Buch Maleachi, Kapitel 3, Vers 10
Die vorangestellten Punkte des zitierten Verses lassen vermuten, dass der Satz noch etwas länger ist. Stimmt. Die fehlende Worte lauten
Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei...
Der Zehnte Teil war zur Zeit des alten Testamentes (und da sind wir in diesem Vers, Kapitel und Buch gerade) der Anteil, den Gott für sich beansprucht hat. Opfermäßig. Nicht das dadurch der Eindruck ensteht, als könne der Mensch seinem Schöpfer irgendwas schenken. Nein. es war vielmehr der Aufruf zur Dankbarkeit. Weil wir das sonst vergessen.
Nun - Opfer muss heutzutage niemand mehr bringen, wenn es darum geht, vor Gott gerecht zu werden. Die Sache ist ein für allemal erledigt. Seit gut 2000 Jahren, namentlich druch Jesus Christus. Eigentlich sollte die Dankbarkeit nun umso größer sein. Eigentlich! Gott hat sich nämlich selbst bewiesen. Nicht nur seine Existenz, sondern vielmehr noch seine Geduld, seinen Wunsch mit Dir in den Dialog zu treten. Nicht nur einmal im Leben oder "wenn der Baum mal wieder brennt". Sondern als Freund, Vater, Retter, Schöpfer. Gott ist kein "ab-und-zu-Gott", der in unserem abgeschlossenen System nichts zu suchen hat. Dennoch sperren wir ihn aus. Nehmen ihm jede Chance, sich zu äußern. Machen ihn mundtot. Einfach so, mit einer Handbewegung. Husch husch, weg mit ihm. "Ich bin modern, Gott muss langweilig sein, sonst würde man mehr vom ihm wissen!" Was für eine flache Antwort. Ob Du so denkst, sprichst, handelst...keine Ahnung. Aber manchmal ist man doch nah dran, an solchen Gedanken...oder?
Mein Tipp:
Lass Dir mal von Gott in Deinem "geschlossen System" die Fenster öffnen. Er will sie geradezu aus den Angeln heben. So wie oben aus der Bibel zitiert. Wie das geht? Nimm z.B. Deine Bibel, schlage das neue Testament auf, ziemlich weit hinten, Buch der Offenbarung, Kapitel 3, Vers 20. Dort ist zu lesen, dass Jesus Christus ankopft. Bei Dir! Mach doch mal die Tür auf. Er möchte so gerne, dass Du mal mit ihm sprichst und ihn zu Wort kommen lässt. Und das ernsthaft. Nicht bloß Smalltalk. Mit Gott redet man kein blabla, sondern das, was sonst niemanden etwas angeht, was sonst sowieso keiner versteht oder vielleicht sogar niemanden interessiert. Für eine solche Unterhaltung kannst Du Dich auch gerne nochmal in Dein abgeschlossenes Schneckenhaus-System zurückziehen. Um anschließend den Deckel für allezeiten wegzuwerfen.
Mach aus Deinem geschlossen System also einfach ein offenes System. Ein Leben als Cabrio, quasi. Schieß ein Loch in den Deckel und erlebe, wie gut es Gott mit dir meint. Welches Risiko gehst Du ein, wenn Du mal Jesus Christus zu Dir sprechen lässt und mal ehrlich "die Ohren spitzt"? Vermutlich gar keines....
In diesem Sinne
LG
Jörg