Samstag, 5. Mai 2012

Rekognitionsheuristik...

Zurzeit lese ich ein Buch mit dem interessanten Titel "Bauchentscheidungen - Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition". Der Author beschreibt u.a. unser tägliches Dilemma: Entscheidungen treffen zu müssen. Entweder gehen sie uns super leicht von der Hand, weil wir nicht lange nachdenken oder wir "eiern" total lange um eine Auswahl herum, wägen ab, informieren uns aus dritter Hand, fragen hier und recherchieren dort, um dann endlich eine Entscheidung treffen zu können.

Das Verrückte: Oftmals ist diese Entscheidung, die durch langes Überlegen und Abwägen geschieht, genau diejenige, die wir auch schon unmittelbar nach der Problemstellung im Sinn hatten - ohne zu überlegen!

Viele Entscheidungen (nicht alle) spielen sich seiner Ansicht nach "im Bauch" ab - emotional, reflexartig, intuitiv - wir können es nennen wie wir wollen. Es sind Entscheidungen, die ohne langes Nachdenken in einem hohen Prozentsatz zu einem guten Ergebnis führen.

Oder anders ausgedrückt: Langes Nachdenken führt nicht zwingend zum besseren Ergebnis!

Soeben war ich in einem großen Weinladen. Du ahnst, was jetzt kommt?! Flaschen über Flaschen. Rotwein, Weißwein, aus aller Herren Länder. Schön sortiert nach Herkunft und Geschmack. Trocken, Halbtrocken, Lieblich, ....Mittendrin stehe ich. Meine Aufgabe: Ich suche einen guten Wein als Geburtstagsgeschenk für einen Kollegen. Er wird 60 Jahre alt. Runder Geburtstag. Da soll es schon mal etwas besseres sein. Aber - was ist das "Bessere"? Wird auch mein Kollege das "Bessere" als das "Bessere" erkennen oder hat er überhaupt keine Ahnung von Weinen, kann also den Wert des Geschenkes gar nicht ermessen? Wenn er nicht weiß, wie wertvoll der Wein ist, kann ich auch irgendein billige "Plörre" kaufen und die Freude wird genauo groß sein. Wenigstens theoretisch. Spätestens nach dem Öffnen wird er mit dem ersten Schluck merken, dass sich der gute Eindruck, den das Ettikett vermittelt, nicht im Flascheninneren fortsetzt....

"Rekognitionsheuristik" heißt hier die Lösung. Man nehme einen Artikel, den man kennt. Wiedererkennungseffekt. Eine psychologische Spielart aller großen Werbeunternehmen. Ich spiele mit. Kaufe zwei Flaschen Wein, die ich kenne, von denen ich annehme, dass auch mein Kollege sie kennt. Darüberhinaus versichert mir die Verkäuferin, dass beide Weine "sanft, trocken, mit wenig Barrique und für einen Anfänger genau das richtige seien". Na also. Geht doch.

Dieses "Ich nehme das, was ich kenne"-Prinzip ist gut. Es erleichtert Entscheidungen. Es führt meistens zum rechten Ergebnis.

Und doch gilt es nicht immer. Es gibt Entscheidungen, die wollen genau abgewogen werden. Auch die Bibel spricht von Menschen, die zwar Bauchentscheidungen nicht gänzlich ablehnen, aber für sie sind Beweise und Fakten von höherer Bedeutung. Wer mit Jesus Christus einen Dialog führen möchte, dem reicht eine Bauchentscheidung nicht aus. Hier geht´s um´s Ganze. Hier geht´s um Dich persönlich. Wer sich nicht entscheiden kann oder will, hat sich automatsich gegen Jesus entschieden. Hört sich militant an. Ist aber aus der Sicht Gottes letztlich logisch und nachvollziehbar.

Will ich mit Jesus Christus leben? Will ich meine Fähigkeiten, meine Zeit und alles für ihn zur Verfügung stellen - auch dann, wenn Probleme kommen?

Meine Antwort lautet: Ja. Meine Erfahrungen in Sachen "Wiedererkennungseffekt" haben mir diese "pro-Jesus-Entscheidung" schon tausendfach bewiesen. Mit und ohne Bauch.

Jesus ist DIE Antwort. Ihm zu vertrauen ist die beste Entscheidung, die man treffen kann.

LG
Jörg