Donnerstag, 31. Mai 2012

Dachdecker

Fünf Männer, alles gestandene Kerle, verantwortungsbewusst, lebensbejahend, ergebnisorientiert. Seit langem sind sie eng befreundet und gehen alle gemeinsam durch dick und dünn. Jeder macht „sein Ding“, aber wenn es drauf ankommt, wird die Aufgabe oder das evtl. Problem durch fünf geteilt. Cool. So soll es sein. So wünscht man es sich. Keine Einzelkämpfer, sondern Freunde!

Bei den Fünfen ist das nicht bloß graue Theorie, sondern gelebte Praxis. Ehrenkodex-mäßig eben. Mancher von Ihnen hat bereits Familie. Doch trotz der damit verbundenen Privatsphäre, leidet der freundschaftliche Motor zwischen Ihnen überhaupt nicht.

Und dann passiert´s:
Einer von Ihnen wird krank. Lebensbedrohlich. Ärzte am Ende. Familie am Ende. Der Freund selber am Ende. Die Freundschaft zwischen Ihnen – nicht am Ende! Der Krankheitsverlauf ist krass. Erst Schmerzen, dann Krankenschein, dann Krankengeld, dann Arbeitsunfähigkeit, Vorruhestand, Harz IV mit enormen finanziellen Auswirkungen. Bürokratie, Formulare, Anträge. Und zwischendurch immer wieder zum Arzt. Medikamente in rauhen Mengen. Salben, Tees, Säfte, Tabletten in beliebiger Form, Farbe und reichlich Nebenwirkungen. Aber irgendwie wirkt nichts. Noch nicht mal als Nebenwirkung. Der Kranke verliert nach und nach sein Gefühl in den Beinen. Bricht immer wieder zusammen, bis er irgendwann überhaupt nicht mehr laufen kann. Er will´s nicht wahrhaben, aber das Gefühl in den Beinen ist eines Tages komplett weg. Lähmung. Ende. Und jetzt? Wie gerne hätte er mit seinen Kindern Fußball gespielt, wäre schwimmen gegangen oder hätte sonst ´was völlig normales getan....doch damit ist´s nun vorbei.

Pause. Genug ausgeschmückt....

...denn so etwa könnte die Vorgeschichte zu einem Ereignis gewesen sein, welches die Bibel an zwei Stellen kurz und knapp beschreibt. (siehe Markus, Kapitel 2, Vers 1 und Lukas 5,17). Bibel lesen ist nicht nur der pure Text, sondern das Hineinversetzen in die Geschichte. Das Kopfkino fährt zur Höchstform auf, wenn wir die Gedanken einfach schweifen lassen und uns die gelesene Begebenheit vor das innere Auge stellen.

Aber: Es ist nicht bloß eine Geschichte, eine Story, die uns in der Bibel erzählt wird. Es ist darüber hinaus die Wahrheit. Tatsachenbericht. Echt. Die Bibel ist immer echt. In ihr geht es nicht um die "in-Tüll-gehüllte-Lovestory-von-Adam-und-Eva", sondern um knallharte Infos, um Menschlichkeit, um Versagen, um Hoffnung und - ganz wichtig - um das Leben! Das Leben mit Jesus. Um das geht es auch in der Geschichte....

...Fortsetzung:
Die vier gehfähigen Kumpel erfahren, dass Jesus in der Stadt ist. Zeitung, Tagesschau, Facebook, Twitter. Alle berichten von diesem Ereignis: "#Jesus ist da. #Heilung möglich." Das ist die Chance. Gelähmt hin oder her, aber wenn überhaupt jemand helfen kann, dann doch dieser Jesus. Der hat schon so manches dolle Ding gemacht und umherstehende Menschen ins Staunen versetzt - warum nicht auch mal einen Gelähmten heilen. Ein Versuch ist es wert.

Gesagt getan. Die vier schleppen ihren Freund durch die halbe Republik. Sie mieten sich einen Van, schließlich muss der Freund bequem liegen. Urlaub nehmen, Mietkosten, Spritkosten - egal. Los geht´s. Stau, Baustellen, dreimal verfahren. Dann schließlich sind sie da und stehen vor dem Haus, in welchem Jesus ist. Die Bude ist total voll. Kein hineinkommen. Überall Menschen. In den Türen, im Hintereingang, in den Fenstern - einfach überall. Alle Versuche, Mitleid zu erwerben, schlagen fehl. "Nix da. Hier kommt keiner mehr rein. Kommt später wieder.", sind die schnippigen Reaktionen.

Von wegen später! Die vier überlegen, diskutieren, wägen ab. Und dann steht der Plan: Hoch auf´s Dach mit dem Freund, Ziegel weg, ein paar Dachlatten wegmachen, Dämmwolle entfernen - und schon ist ein ordentliches Loch im Dach. Das Ganze muss allerdings sehr flott gehen. Zumindest flotter, als der Hausbesitzer nach oben klettern kann. Und es klappt.

Allen im Haus befindlichen Leuten rieseln Dämmwollflocken auf die Klammotten, hören Knarz- und Schleifgeräusche. Und dann schwebt da ein gelähmter Typ wie von Zauberhand in den Raum, direkt Jesus vor die Füße. Und das Beste: Der Plan geht auf. Jesus kann es wirklich. Er kann echt helfen. Aber irgendwie doch anders, als sich die Umherstehenden es dachten.
Gesund machen - kann ja jeder. Aber Jesus macht mehr. Er vergibt Schuld. Bringt echte Beziehungen wieder in Ordnung. Weil er neben den körperlichen vor allen Dingen die seelischen Probleme sieht. Gelähmt ist schlecht. Ohne Gott ist schlechter.

Da gerieten alle außer sich vor Staunen, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute Unglaubliches gesehen!

Die Bibel, Evangelium nach Lukas, Kapitel 5, Vers 26

Mit Jesus erlebt man buchstäblich Unglaubliches. Wir glauben es einfach nicht. Es passt nicht zu unserer Logik, unserer Lebenserfahrung, der Meinung meines Umfeldes oder oder oder.... Aber ein Leben mit Jesus ist mehr als Logik. Ein Leben mit Jesus ist Glauben! Vertrauen. Nicht blauäugig und naiv. Auf keinen Fall, nein - aber aufrichtig und respektvoll.

Im übrigen waren auch die vier Kumpel ziemlich von den Socken. Klar. Wäre ich auch. Ein Leben mit Jesus ist spannend. OK - selten geht es derart spektakulär zu, wie in unserer Story.

Doch die Botschaft ist ja auch eigentlich eine andere: Sie haben sich den Weg zu Jesus gebahnt. Sie haben sich aufgemacht. Wären sie zu Hause geblieben und hätten wie die breite Masse nur Spott für Jesus übrig gehabt.....nichts wäre passiert. Niemandem wäre geholfen worden. Das Leben wäre nach wie vor trist und gelähmt.

Und übringens:
Jesus hat sie nicht angepflaumt, weil sie ein Dach kaputt gemacht haben. Jesus schaut ins Herz - auch in Deines! Und wenn Du es zulässt, schafft er Unglaubliches!

LG
Jörg