Sonntag, 20. Mai 2012

MAYBE

Regelmäßig bringt sich eine quadratmetergroße Plakatwand in den Fokus meiner Aufmerksamkeit. Sie hängt wenige Meter von meiner Haustür entfernt. Sie trotzt Wind und Wetter. Irgendwann wird sie von einem Werbewandtapezierprofi überklebt. Aber bis dahin sehe ich sie. Regelmäßig. Und denke oft über den Inhalt nach. Die Werbeleute haben also - so scheint es - alles richtig gemacht. Sprüche wie

"MAYBE"
"DON´T BE A MAYBE"
"MAYBE NEVER WINS"
"MAYBE GOES NOWHERE"
...

provozieren einen zweiten Blick auf die Werbung. Eigentlich genial gemacht. Der zweite Blick offenbart dann, dass es sich um eine Zigarettenwerbung handelt. Aus der Rubrik "Rauchen macht frei". Jeder kann also das "ich-sitze-am-Lagerfeuer-und-schaue-in-die-weite-Prärie"-Gefühl erhalten. Kippe an und schon geht´s los. Theoretisch. Die Details mit der Gesundheit, den Kosten, dem allgegenwärtigen Rauchverbot spielen auf den ersten Blick keine Rolle. Viel wichtiger ist die Botschaft, die unter der Haube schlummert: ich darf ein klein bisschen Rebell sein, wenn ich mich dieser ganzen Anti-Rauch-Szene widersetze und mach´ einfach das, wozu ich Lust und Verlangen habe. Es geht um meine Entscheidung, meine Zukunft, meinen Willen, mein Leben. Es geht um mein "BE". Nix "MAYBE".

Der Gedanke ist in der Tat verlockend. Einmal gegen die Strömung schwimmen. Und wenn "MAYBE NEVER WINS", dann muss ich erst recht mein Statement vertreten, meine Persönlichkeit leben, meine Entfaltung als höchstes Gut betrachten und mich nicht abhängig von anderen machen. Wer will schon verlieren? Der Gedanke wird mir auch beim Schreiben dieser Zeilen immer sympathischer, nimmt auch mich in den Bann - allerdings weniger in Bezug auf´s Qualmen, als mehr in Bezug auf meine Lebensperpektive. Jeder sollte eine haben - werbeunabhängig!

Mit anderen Worten: Sei authenisch! Sei Du selbst. Mach nicht die Meinung anderer Leute zu Deiner Meinung und nicht den Geschmack der Werbung zu Deinem Geschmack. Es geht in diesem Leben (und wir haben nur das eine!) um Dich. Und um (d)eine Beziehung zu Gott. Klingt krass. Aber es ist so.

In der Bibel wird uns Jesus Christus nicht als Anpasser, als Mitläufer oder als "ich-hab-keine-Meinung-deswegen-nehme-ich-deine"-Typ beschrieben. Jesus Christus war ein Rebell. Er hat die religiöse Welt erschüttert, weil er Botschaften sagte, die sich nicht mit dem Mainstream deckten. Er war kein "MAYBE". Menschen, die ihm begegneten offenbahrte er sich als derjenige, der das eigentliche Lebensproblem mit wenigen Worten zu nennen verstand. Keine Durchhalteparolen, dass irgendwann und irgendwie wieder alles gut wird oder man nur streng genug diese oder jene Regel, dieses oder jenes religiöse Ritual einzuhalten habe. Denn Religion ist immer schon ein vorzüglicher Nährboden gewesen, um Menschen in ihrem Denken zu beeinflussen und zu Handlungen zu bringen, die der normale Menschenverstand ablehnt.

Jesus Christus lehnt alle Form der Religion ab. Damals. Heute. Die Bibel spricht stattdessen von einer persönlichen Beziehung zu Gott. Einer Freiheit, die gar kein "MAYBE" zulässt. Es gibt keinen 50%-Jesus oder einen Jesus, der wie ein Flaschengeist dann und wann hervor geholt wird, wenn das eigene Leben mal wieder aus den Fugen platzt und man nicht so genau weiß, wohin mit meinem "MAYBE"....

Religion bedeutet, dass Menschen alles tun, um Gott näher zu kommen. Doch die Bibel spricht davon, dass Gott alles getan hat, um dem Menschen nahe zu sein. Es ist alles vollbracht. Die Brücke zwischen Gott und Menschen heißt Jesus Christus. Was uns trennt ist das "MAYBE", die Angst vor der Bibel und vor der eigenen Courage. Denn eine Entscheidung für Jesus hat Folgen. Klare Sache.

»Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich«.

Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 14, Vers 6


Das "BE" der Bibel ist nicht zeitlich befristet, sondern ewig.

Näheres beim nächsten Mal....

LG
Jörg