Montag, 22. Oktober 2012

Niemand fühlt es, so wie Du!

Niemand fühlt es, so wie Du. 

Ein Satz aus der Werbung. Den kann man auf so ziemlich alles anwenden. Auf der Webseite von Felix Baumgartner, also demjenigen der dieser Tage aus einer Höhe von etwa 39km aus dem "Korb" eines mit Helium gefüllten Ballons hinab auf die Erde sprang, ist ein ähnlicher Satz zu lesen. Dort heißt es: 

Jeder Mensch hat seine Grenzen. Doch nicht jeder Mensch akzeptiert diese.

Liest sich auch gut. Klar. Hört sich jedoch auch etwas großkotzig an. Und es bleibt ein fader Geschmack übrig, wenn man diesen letzten Gedanken auf´s eigene Leben und Wirken anwendet. Denn Du erinnerst Dich vielleicht auch daran, wie Deine Grenzen Dich allzu häufig in die eigenen Schranken weisen. Wir sind eben keine Supermänner oder -frauen. Wir gehören zum Mainstream der Bevölkerung, die arbeitet, den eigenen Hobbies nachgeht, grübelt, weint, lacht, Angst, Freude und Trauer verspürt und täglich ein paar Stunden schläft. Danach grüßt wieder das Murmeltier....täglich eben.

...und niemand fühlt es, so wie Du!

Was ist nämlich, wenn unsere Grenze dann doch viel schneller erreicht ist, als wir dachten. Wenn die Kraft, von der wir so sicher waren, sie sei geradezu unerschöpflich - auf einmal auf der Tankuhr den Reservebereich unterschritten hat. Dann gleicht dieses Erleben nicht selten dem Gefühl des freien Falls. Es geht schnell und schneller bergab - ohne Fallschirm, ohne RedBull-Flügel und ohne irgendeine "Mission-Control", welche beständig Funkkontakt hält und gute Ratschläge gibt. Vom sicheren Boden. Die haben ja auch gut reden.

Diese Fehleinschätzung, die uns unsere Grenze noch so weit entfernt erscheinen lässt, obwohl sie schon in greifbarer Nähe ist, ähnelt einem Sehfehler. Wir kneifen die Augen zusammen, um die Welt um uns herum noch scharf zu erkennen. Wir blinzeln lächelnd im freien Fall dem harten Aufprall entgegen und trösten uns damit, dass ja nur die letzten Millimeter wirklich schmerzhaft sind - und bis jetzt läuft ja noch alles. "Lass mich mit diesem Jesuskram in Ruhe - darum kümmer ich mich, wenn es soweit ist!"

Manche Grenze wird von Gott persönlich gesetzt. Eine solche Grenze gemäß der obigen Aussage einfach nicht zu akzeptieren, klingt beim näheren "Hindenken" idiotisch. Finde ich jedenfalls. 

Da sagt der Arzt, dass Du kürzer treten musst, um weit größeren Schaden abzuwenden.
Da sagt Dein Partner, dass er bei Dir zu kurz kommt und Du bist gut beraten, solche Worte ernst zu nehmen.
Da sagen Deine Kinder plötzlich nichts mehr, weil Du ihnen auch die letzten Monate kein Gehör  geschenkt hast.
Da sagen gute Freunde, dass Du Dich verändert hast. Bist anders geworden, Nicht mehr so ausgeglichen wie zuvor.
....die Liste lässt sich bequem noch um einige Bildschirmseiten erweitern....

Und wie reagierst Du? Ein: "Papperlapapp! Ich bin ich. Meine Grenze, Mein Leben. Meine Zeit.", wäre vermutlich eine Möglichkeit. Vielleicht gibt es aber auch noch eine oder zwei andere Reaktionsvarianten....

...denn niemand fühlt es, so wie Du!

Gott sagt:

Behüte Dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist, denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens!

Die Bibel, Buch der Sprüche, Kapitel 4, Vers 23

Unser Herz. Hier findet allerhand statt. Sehr unmedizinisch gesprochen: das Denken, das Fühlen, das Wollen, die Liebe, Nervosität, Angst und auch Freude. Sympathie oder Feindschaft. Krieg oder Frieden. Ich oder Du. Im Herzen wird alles abgewogen. Verständlicherweise stets zu unseren Gunsten. Und hier findet eben auch die Meinungsbildung über unsere Grenze statt. Denkfehler inbegriffen.

Das Herz zu bewahren könnte bedeuten, mal den Schöpfer zu fragen, was er von allen deinen Plänen, Fragen, Unklarheiten usw... hält. Und es gehört auch dazu, anzuerkennen, dass wir akut Herzkrank sind. Unser Herz ist von uns und unserem Willen beherrscht. Da hat nahezu nichts anderes Platz. 

Frage Jesus nach dem nächsten Schritt. Frage ihn nach Deiner Grenze. Und frag ihn mal nach seiner Grenze - wann er wohl mit Dir fertig ist. Wann er meint, Du seist es nicht wert, Dir weiter hinterher zu laufen. Dir auf die Schulter zu tippen.


Lies mal (quasi als erste Dosis eines Herzmedikamentes) in der folgenden Reihenfolge:
Römerbrief, Kapitel 3, Verse 10 - 12
Römerbrief, Kapitel 3, Verse 21 - 24
Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16
Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 36

...niemand fühlt es, so wie Du!

LG
Jörg