Donnerstag, 4. Oktober 2012

Druck im Kessel...

Folgende Situation: 

Du steckst in einer schwierigen Lebenssituation. Sei es eine wichtige Entscheidung, eine Weggabelung in Deinem Leben. Große Not, Angst, egal. Es geht um DICH. Alleine DU wirst festlegen müssen, wie es anschließend weiter geht. Nur DU hast die letztendliche Entscheidungskompetenz. Du hast zwar ´ne Menge  Berater, Freunde, Menschen um Dich herum. Die Familie gibt Tipps, Freunde geben Tipps. Andere schlaue geben Tipps. Es geben sogar diejenigen Tipps, die besser keine geben sollten. Mal hörst Du genau das, was Dir im Bauch gut tut, ein anderes Mal musst Du zugeben, dass auch die andere Sichtweise - nämlich die scheinbar unangenehme - Gewicht und Charme hat.

Du fühlst Dich zerrissen. Du kommst Dir vor, wie im Rampenlicht. Alle Welt wartet auf eine Entscheidung, die aber letztlich am meisten DEIN Leben beeinflussen wird. Das Leben der anderen wird einfach so weiter gehen, wie bisher - ganz egal, wie DU DICH entscheidest. Ganz egal, welche Tipps sie Dir gegeben haben. Am Ende werden sie alle sagen, sie hätten es ja gleich gewusst. Egal, wie es ausgeht.

Doch DU bist es, dessen Persönlichkeit jetzt gefragt ist. Dein Puls geht gar nicht mehr runter. Panik-Attacken bestimmen einen Teil Deines Alltags. Ob Feierabend oder nicht, ob in der Familie oder nicht, ob Sonnenschein oder Regen - die Pulserhöhung ist plötzlich da und ebenso plötzlich wieder weg.

Wie kann man damit umgehen? Ganz ehrlich - ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur: Da ist enorm Druck im Kessel, der irgendwie abgebaut werden muss.

Und das macht jeder auf seine Weise. Im Sport, im Gespräch, in aller Stille, in hektischer Betriebssamkeit. Dem einen hilft die Glotze, dem anderen ein Buch oder ein Spaziergang. Das Hobby. Leider gibt es auch immer wieder Versuche, das Alkohol ein Lösungsmittel sei. Letzteres ist bestenfalls ein Fettlöser, aber kein Problemlöser.

Die oben beschriebene Situation habe ich in den letzten Tagen selbst erlebt. Als Christ stehe ich auf dem Standpunkt, dass das Gebet das Mittel der Wahl wäre. War es prinzipiell auch. Aber ruhiger bin ich auch nicht immer geworden. Das bedeutet für mich jetzt nicht, dass Gebet nichts nützt. Im Gegenteil - ich halte es mehr denn je, als Mittel der Wahl.

In diesem ganzen Durcheinander habe ich den Dialog mit Gott gesucht. Habe wirklich um Rat gefragt, mit der Bitte, die Situation zu entschärfen. Dann las ich in der Bibel folgenden Vers:

"Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst."

Das Buch Josua, Kapitel 1, Vers 9

Wenn wir nervlich zur Höchstform Anlauf nehmen und uns vielfach selbst im Weg stehen, möchte Gott Dir Trost und Unverzagtheit verordnen. Rezeptfrei. Ohne Praxisgebühr. Ohne große Erklärungen. Gott kennt Dein Herz. Er weiß, was fehlt. Er will Dich vor Grauen und Entsetzen verschonen - doch es gibt ein großes ABER:

ABER, je mehr wir uns um uns selber drehen, desto eher verlieren wir unseren Zweikampf mit dem inneren Schweinehund. Wir glauben Gott einfach nicht. Wir erklären den Vers, das Buch, vielleicht sogar die ganze Bibel für nicht-zutreffend. Schließlich kann es nicht so einfach sein, wieder den Boden unter den Füßen zu erhalten. Also verbannen wir die Worte Gottes ins Reich der Märchen und gehen lieber den steinigen Weg, gepflastert mit unserer Lebenserfahrung, unserer Logik, unseren Ängsten, Sorgen, Nöten und weiteren Panik-Attacken. Na super!

"Ich bin doch nicht blöd", sagt die Werbung. Stimmt. Sei doch nicht blöd! Lass mal den Druck aus dem Kessel - aber bitte richtig. Vertrauen auf Gott beginnt mit Druckabbau. Druckabbau beginnt mit der Einsicht, dass es ohne Jesus nicht geht. 

Wie ging meine Geschichte weiter?
Die Situation entschärfte sich, mein Druck, der sich gleich einem eisernen Panzer um meine Brust gelegt hat, fiel irgendwann zu Boden. Die Lektion, die mir Gott beibringen wollte, hatte ich zwar versemmelt - aber ich weiß, dass er es echt gut meint. Immer. 

Danke dafür!

LG
Jörg