Samstag, 6. August 2016

Spieglein Spieglein....

Wer bist Du, wenn niemand zuschaut? Was bleibt von Dir übrig, wenn Du keinen Schlips trägst oder kein Smartphone bedienst? 

Kurzum: Wer bist Du rein netto?

Es gibt Menschen, die definieren sich über ihre Erfolge im Sport oder im Beruf. Unter dem Motto "Wissen bleibt, Schönheit vergeht" pumpen wir uns voll mit Informationen oder mit Fachliteratur. Und - wenn es mal schnell gehen muss, um einen "auf dicke Hose zu machen" reicht auch mal ein gezielter Blick nach Wikipedia, um Wissen zu demonstrieren. Noch schneller ist vermutlich Facebook - da erhält man rasch die Meinung aus dem Mainstream, mit der man wenig aneckt und irgendwie in der großen breiten Masse schön mitschwimmen kann. 

Ein ehemaliger Lehrer von mir sprach mal von "Bulemie-Lernen". Erst alles schnell rein - dann alles schnell wieder raus. Drin bleibt nix. Wir tun so, als ob. Als ob wir Wissen hätten, als ob wir Erfahrung hätten, als ob wir stark sind, als ob wir jede Situation im Griff haben. Und belügen uns am Ende am meisten selber. Mal abgesehen davon, dass wir auch anderen Menschen mit dieser Methode Schaden zufügen können.

Doch viel zu oft ist Dein und mein Leben mehr Schein als Sein. Wir reden von dem eigenen Style, von Individualismus, von "mein Auto, mein Haus, mein Pferd" und merken gar nicht, dass wir durch Mode und Werbung mit unserem viel zu teuren Klamotten eigentlich uniformiert sind. Denn eigentlich rennen beinahe alle so rum wie Du, sehen alle irgendwie so aus wie ich. Mädels tragen die gleiche Frisur, Jungs übrigens auch. Alle haben möglichst das teuerste und stärkste Smartphone oder sogar die dazu passende Uhr. Wir reden von "Leben", von "Meinung" und "Lebensziel" - doch ich vermute nur die wenigsten wissen eigentlich, was damit gemeint ist. Denn vielfach verwechseln wir Leben mit Konformität, Meinung mit Mode und Lebensziel mit Geld.

Daher nochmal die Frage:

Was bleibt übrig, wenn Du rein netto vor dem Spiegel stehst?

Vor etwas mehr als 25 Jahren habe ich begonnen die Bibel zu lesen. Das geschah nicht aus einer Schnapsidee heraus oder weil ich eine Wette verloren hatte, sondern mit einem Plan: Ich wollte Wissen, was drin steht in diesem dicken, schwarzen Buch. Lutherübersetzung. Hier und da etwas schwerfällig. Manchmal habe ich den Kopf geschüttelt, hab vieles nicht gleich verstanden. Mitte März 1991 konnte ich dann nicht mehr anders, als Jesus Christus zu sagen, dass ich ein totaler Looser bin. Dass es mir Leid tat, mein Leben ohne ihn gestalten zu wollen und bat ihn, diesen Fehler wieder gut zu machen. 

Und das tat er. Leise, effektiv, radikal.

Plötzlich wurde mir klar, dass Leben nicht das bisschen atmen hier auf dieser Erde ist, sondern einen Bezug zur Ewigkeit hat. Mir wurde klar, dass Jesus der größte Held, der größte König und gleichsam der verachtetste Mensch auf dieser Erde war. Als ich beim Bibellesen an die Stelle kam, wo beschrieben wird, wie Judas Jesus mit einem Kuss für ein paar mickrige Dollar verrät, wäre ich beinahe ausgeflippt. ich war so sauer auf diesen Judas und hätte ihn am liebsten umgehauen. Kein Scherz!

Doch dann wurde mir klar: Ich bin auch ein Judas. Auch ich habe Jesus verkauft. Für meinen Vorteil, für meine Lebenslüge, für mein ach so wichtiges Spiegelbild.

Vor ein paar Jahren kauften wir uns ein neues Auto. Also so richtig neu aus dem Laden. Der war schon recht schick und doch war es so, dass man sich dieses Auto erst mal schön gucken musste. Ich erzählte einem Bekannten davon, dass ich manchmal auf dem Weg zu diesem Wagen dachte "Mensch, so schlecht sieht der gar nicht aus...", daraufhin sagte er: "Das denke ich auch immer, wenn ich den Spiegel schaue!" :-)

Was siehst Du, wenn Du in den Spiegel schaust?

Siehst Du Dich, Dein Können oder Dein Versagen, Deinen Erfolg oder Deinen Karriereschaden? Siehst Du die Anforderungen, die man an Dich hat, die Erwartungen, die man Dich stellt? Siehst Du Deine Macken, Deine Schwächen, Deine Lebenslügen? Schönheit vergeht. Deine Seele nicht!

Oder siehst Du durch den Spiegel hindurch und schaust auf Jesus? Auf den, der sein Leben für Dich gab, der starb und wieder auferstand, der nun König ist? Standhaft, schlau, gnädig, gerecht, unwandelbar!

Es gibt Situationen im Leben, in denen wir ans Limit kommen. Körperlich, mental, nervlich. Das sind die Momente, in denen nur noch DU übrig bist und alle "Addons" des Lebens für einen kurzen Augenblick keine Rolle mehr spielen. Bis auf ein Detail: Wenn Du Jesus kennst....dann riskiere einen Blick auf ihn. Schaue nicht auf Dich, nicht auf die Situation, nicht auf Deine Sorgen, Deine Angst oder ein drohendes Scheitern. Sondern auf Jesus. 

...und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist. Weil Jesus wusste, welche Freude auf ihn wartete, nahm er den Tod am Kreuz auf sich, und auch die Schande, die damit verbunden war, konnte ihn nicht abschrecken. 

Die Bibel, der Brief an die Hebräer, Kapitel 12, Vers 2


Ich kann Dir aus eigenem Erleben sagen: Wenn Du Jesus das Ruder in die Hand gibst, wird die Überfahrt vielleicht nicht ruhiger, aber zielsicherer! Und darauf kommt es an.

Wenn Du Jesus kennst, dann wird - bezogen auf ein Schachspiel - aus dem Bauern ein König. Du bist wertvoll, geliebt, geadelt. Und das völlig unabhängig vom Deinem Tun! Weil schon alles dafür getan ist. Durch Jesus. Am Kreuz. Blutig, still, tödlich. 

Jesus möchte, dass Du dieses Detail in Deinem Leben erkennst und Dir dauerhaft zu eigen machst. Er möchte, dass Du in den Spiegel schaust und dabei eigentlich nicht Dich siehst, sondern IHN.

Dieser Spiegel heißt Bibel. Sie ist es, die uns sagt, wer wir sind und wie sehr Jesus uns liebt! Wenn wir nicht hineinschauen, werden wir lediglich einen Spiegel besitzen, aber nicht benutzen.

Bist Du Spiegelbesitzer oder Spiegelbenutzer? Schau mal rein und frage Dich, was Du netto bist!

Viel Freude dabei! 

LG
Jörg