Vor jedem Urlaub dasselbe Schauspiel. Man(n) (oder eher Frau) steht vor dem Kleiderschrank und überlegt, was denn in den Koffer soll. Die vorsichtige Ansage, dass man "bitte nur das Nötigste einpackt", wird von jedem in der Familie anders ausgelegt. Manchmal ist eben irgendwie alles nötig und landet auf dem Stapel, der schließlich mit ach und krach in den Koffer verschwinden soll. Es wird für alle Eventualitäten gepackt. Für warmes Wetter, für kaltes Wetter, für die Abende, für dem Strand, für das Abendessen im schicken Restaurant, für den Waldspaziergang. Nicht zu vergessen die vielen Schuhe. Und die Jacken, und....was-weiß-ich-noch-alles. Zwischen der Variante "Zahnbürste und Kreditkarte reichen" und der "all-inklusive-Strategie" ist ne große Bandbreite.
Und dann höre ich beim Packen das folgende Lied:
"Eines Tages fällt Dir auf, dass Du 99% nicht brauchst. Du nimmst allen Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser - so viel besser - mit leichtem Gepäck"
Und dann höre ich beim Packen das folgende Lied:
"Eines Tages fällt Dir auf, dass Du 99% nicht brauchst. Du nimmst allen Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser - so viel besser - mit leichtem Gepäck"
Nach zuhören hier:
| Foto: 4M , J.M. Casimir |
Als ich vor rund zwei Jahren an meinem ersten Charakterwochenende teilnahm erhielt ich im Vorfeld eine Packliste. Da standen so sinnvolle Sachen wie "warme Socken", "wasserdichte Rucksackabdeckung", "Zelt", "Kocher" usw. drauf. Aus den Begriffen "warm" und "wasserdicht" leitet der schlaue Mann natürlich sofort die Notwendigkeit neuer Klamotten aus dem besten HighTech-Gewebe ab, gepaart mit wenig Gewicht, um allen wetterbedingten Widrigkeiten eines solchen Wochenendes zu trotzen. Es wird ein Rucksack gepackt, gewogen, neu gepackt, nochmal gewogen. Mancher dreht zum Training seine Runden im heimischen Stadtpark (sehr zur Belustigung der gassigehenden Hundebesitzer) - nur um ganz sicher zu gehen, dass man(n) auch komplett und super vorbereitet ist.
Zurück zur Urlaubskofferpackaktion. Meistens entpuppt sich der Koffer als zu schwer, zu groß und nicht selten mit zu vielen Sachen vollgestopft. Am Checkin des Flughafens streift man noch so eben die Grenze des Erlaubten. Am Urlaubsort angekommen packt man alles aus, um nach 2 Wochen die meisten Teile unbenutzt wieder einzupacken. Natürlich hat dafür anderes gefehlt. Klar. Aber man kam zurecht, weil es am Ende völlig egal ist, ob man Jeans Nr 1 oder Jeans Nr 2 am Abend anhat. Es kennt einen eh niemand. Man könnte auch ganz ohne...naja, vielleicht auch nicht.
Und der Rucksack für ein Charakterwochenende?
Der wiegt am Ende deutlich mehr als die gedachten 15kg, dafür ist man(n) sich aber sicher, für alle Ereignisse bestens ausgestattet zu sein. Und nach rund 3,5 Tagen wird klar, dass es gar nicht um das ging, was man alles an tollen Klamotten im Rucksack hatte. Auch wenn das Gepäck wichtig ist, so wird mancher Teilnehmer bald vergessen haben, warum er eigentlich so viel unnützes Zeug eingepackt hat. Er wird sich vielleicht sogar ärgern, angesichts so vieler Extrakilos und den Rucksack eher als notwendiges Übel, denn als schlau vorbereitetes Equipment ansehen.
Denn Segen entsteht nicht dadurch, dass Du alles bis ins kleinste vorplanst. Segen entsteht dort, wo man sich auf Jesus verlässt und ihn mal machen lässt.
Zugegeben - für eine Urlaubsplanung ist dieser Aspekt möglicherweise weniger relevant, als für ein solches Charakterwochenende, an dem nicht der Erholungswert, sondern eben Dein CHARAKTER im Vordergrund steht.
In der Zwischenzeit habe ich mehrere solcher Wochenenden mitgemacht. Und jedesmal ertappe ich mich bei dem Versuch, den Rucksack perfekt zu packen - und natürlich zu wiegen, wenngleich ich schon vorher weiß, dass leichtes Gepäck schlauer wäre - viel schlauer.
Übertragen auf unser Leben - Achtung, jetzt kommt der philosophische Teil des Textes - ist es doch so, dass wir uns sinnloserweise vielfach mit Lasten beschweren. Mit dem Druck meines Outfits, meines Körpergewichtes, mit dem was die anderen über mich denken. Mit Leistungsdruck, Erfolgsdruck, Durchhalteparolen, und vielem mehr....
Am Ende geht es also gar nicht um HighTech-Klamotten in einem möglichst genial gepackten Rucksack oder um das Mitnehmen aller Eventualitäten in den unbedingt schön werdenden Sommerurlaub.
Es geht um Dein Herz! Es geht um Deine Seele. Es geht um DICH - ganz persönlich. Wie stark ist Deine Last, die Du gerne - heimlich aber unmissverständlich - Gott vor die Füße legen möchtest?
Bei Jesus erhalte ich die Chance, Lasten abzuwerfen, vors Kreuz zu bringen, in die Hände Gottes gleiten zu lassen. Und meine Aufgabe besteht anschließend darin, diese Lasten auch dort zu lassen und sie nicht heimlich wieder mit zu nehmen.
Gepriesen sei der Herr Tag für Tag! Er trägt für uns Last, Gott ist unsere Rettung.
Psalm 68, Vers 20
Charakterwochenende stehen bei manchem deshalb nicht hoch im Kurs, weil es ungewöhnlich klingt. Der eine hat Angst vor dem Ungewissen, ein anderer hat Angst vor sich selber. Nicht zu vergessen diejenigen, die Frömmigkeit und Freiheit nicht überein bringen können und sich deshalb von einem solchen Wochenende abhalten lassen. Weil es sich in ihren Gedanken nicht schickt, als Mann unter Männern mitten im Wald an seine mentalen und körperlichen Grenzen zu gehen, damit Jesus mal so richtig in Erscheinung treten kann.
Jesus hat Großes vor mit Dir. Verlass Dich drauf. Und er hat eine besondere Packliste für Dich. Weil er selber die Lasten tragen kann. Keine ist ihm zu schwer - und Deine schon gar nicht!!
LG
Jörg