Als Mitarbeiter einer großen Feuerwehr wurde ich zu einem Wohnungsbrand im übernächsten Stadtteil alarmiert. Ehrlich gesagt check ich erst gar nicht, was los ist. Springe aus dem Bett, suche die Brille, hab Mühe mir Socken, Hose, T-Shirt anzuziehen - alles muss ratzfatz gehen. Alarm bedeutet: so schnell wie möglich ins Auto und so sicher wie möglich an der Einsatzstelle ankommen. Es folgen gefühlte Stunden (es waren nur 2 Minuten), bis ich endlich in meinem Einsatzfahrzeug sitze. Auf dem Lauf zum Fahrzeug noch den Schlaf aus den Augen reiben. Im Auto angekommen, zeigt das Navi bereits die errechnete Route zur Unglücksstelle. Anschnallen, Motor starten, Funkgerät und Blaulicht an. Ab geht die Post.
Der Kopf ist einerseits voller Informationen, andererseits total leer. Was wird mich erwarten? Schaffen wir es frühzeitig? Können wir den Menschen Sicherheit geben?
Dann - auf der Anfahrt mache ich eine gedankliche Vollbremsung und zwinge mich zur Ruhe. Kurzum: Ich bete! Das hilft. Beten hilft immer. Jedenfalls mir!
...und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.
Die Bibel, Psalm 50, Vers 15
Obwohl die Gedanken noch etwas zäh sind, stammel ich ein Gebet laut vor mir her, in der Gewissheit nicht alleine zu sein. Jesus ist dabei. Sitzt quasi auf dem Beifahrersitz, hört zu und sagt mir: Mach Dir keinen Kopf. Ich hab alles im Griff. Was geschehen ist, kannst Du nicht mehr verhindern - aber bei dem, was Du nun tust, bin ich dabei!
Kennst Du solche Situationen? Momente, in denen Dir alles über den Kopf wächst? Augenblicke, die eine informelle Reizüberflutung sind und Du am liebsten Augen und Ohren zu halten würdest, um irgendwie nicht dabei zu sein. So nach dem Motto. Ich sehe nichts, also sieht mich auch keiner!
An der Einsatzstelle angekommen, qualmte es "aus allen Knopflöchern". Menschen standen an den Fenstern. Einige meiner Kollegen waren schon vor Ort, erste Maßnahmen liefen schon. Am Ende konnten alle Menschen gerettet werden. Die Wohnung sah aus "wie Sau", aber egal - die dort lebenden Personen sind in Sicherheit. Möbel kann man ersetzen. Hoch lebe die Versicherung. Aber Gesundheit und Leben - das hat keine Versicherung im Portfolio.
Mit diesen Gedanken wünsche ich Dir einen guten und bewahrten Tag. Bedenke: Das Leben ist zu kurz, um es einfach ohne Gott zu leben! Gebet hilft immer. Und manchmal sind wir derart außer uns, dass wir nicht wissen, was und wie wir beten sollen. Aber sei gewiss: Jesus ist es völlig egal, ob Deine Gedanken wohl geformt über Deine Lippen kommen - viel wichtiger ist es doch, dass wir überhaupt mit ihm in dieser Weise ins Gespräch gehen!
Versuch es mal. Vielleicht hast Du noch nie gebetet. Oder vor Jahren das letzte Mal.
Ich will Dir Mut machen. Sprich mal mit Gott, mit Jesus. Sag ihm mal, wie es Dir geht, was Dir auf dem Herzen liegt - und sei nicht überrascht, wenn anschließend wirklich eine Antwort kommt!
LG
Jörg