Am gestrigen Abend schauten wir mit einem unserer Kids irgendeinen Film mit Happy-End. Also so ein Streifen, in dem sich zwei irgendwann verlieben - aus unerklärlichen Gründen aber wieder trennen - um schließlich am Ende des Films wieder zusammen zu sein. Der Klassiker eben. Mit Happy-End.
Danach umgeschaltet auf das Fußballländerspiel Frankreich vs Deutschland. Irgendwas war aber anders. Die Stimmung war komisch, der Kommentator auffallend wortkarg. Graue Wolken waren in den Worten erkennbar. Und das lag nicht daran, dass die Franzosen in Führung lagen. Es lag - wie sich erst später herausstellte - an einem terroristischen Anschlag mitten im Herzen von Paris. Erst war die Rede von rund 8 Toten und es wurden fast im Minutentakt immer mehr.
Als sich die Nachrichten schließlich überschlugen, die Meldungen immer schlimmer wurden und ich wie gebannt auf die Glotze starrte, wurde mir bewusst: Die Menschen in Paris erleben - während ich lässig auf dem Sofa sitze - die schlimmste Nacht ihres Lebens. Unzählige Menschen verloren ihr Leben. Familien trauern um Kinder, Männer um Ihre Frauen, Frauen um Ihre Männer. Lebenspläne sind zerstört, Seelen auf´s Tiefste verletzt. Ich starrte auf die flackernden und sich wiederholenden Bilder und saß kerzengerade in meinem Sitz.
"Komm Claudi", sagte ich zu meiner Frau, "lass uns beten - für die Menschen in Paris, für die Helfer, Polizisten, Rettungskräfte."
Also gingen wir ins Gebet und petzten bei Gott. Klagten diese Unmenschlichkeit, diesen unfassbaren Schwachsinn und diese kaum zu beschreibende Brutalität an, lagen Jesus in den Ohren, dass er doch bitte dieser Hinrichtung ein Ende bereitet. "Schlag diese Mörder mit Blindheit, damit sie nicht weiter ihr Unwesen treiben können!"....
Irgendwann folgte ein Amen. Die Gedanken waren zäh wie Kaugummi, ließen sich nicht mehr ordnen. Der Blick auf den Fernseher wurde mit den immer gleichen Bildern betäubt.
Ob das Gebet geholfen hat? Ich denke schon! Gebete sind stärker als Waffen, wirksamer als jede menschliche Hilfe. Das ist meine tiefe Überzeugung.
Nach einer schlecht durchschlafenen Nacht ging mein erster Blick auf´s Display meines Smartphones. "Breaking News" war zu lesen. Mehrfach. Die Anzahl der Opfer hatte sich deutlich erhöht.
"Waren meine Gebete also doch wirkungslos?", dachte ich. Hat nicht geklappt. Hat Gott einfach nicht zugehört oder hat er einfach stur sein Ding durchgezogen? Sicher nicht. Oder lag es an mir, meine Unkonzentriertheit, der Unfähigkeit meine Bitten im richtigen Ton zu äußern?
Je länger ich darüber nachdachte, desto absurder wurden mir diese Gedanken. Denn wir können nicht Jesus für etwas verantwortlich machen, was er nicht getan hat. Aus zwei Gründen:
Erstens: wir haben ihn bereits vor rund 2000 Jahren für alles verantwortlich gemacht. Und Gott tat es auch. Deshalb - und nur deshalb - ist Jesus am Kreuz für alle Menschen gestorben. Auch für jene Idioten, die derart schreckliches vollbringen können. Ein schwer fassbarer Gedanke - aber so ist es nunmal.
Zweitens: Gott hält sich raus - weil wir Menschen ihn schon lange aus der Gesamtrechnung unseres Lebens gestrichen haben. Einfach mathematisch ´rausgekürzt. Gott ist überflüssig. Nur dann, wenn das Unrecht überhand nimmt, dann machen wir ihn erneut zum Buhmann und Schuldigen und fragen laut "wo ist denn dieser Gott?" und "Warum lässt Gott das zu?"
Was wird Jesus also auf die WARUM- Frage wohl antworten? Er, dem ich meine Gebete zugeworfen habe, Ihm, der von allen Zuschauern vermutlich am lautesten geweint hat! Was wird Jesus sagen?
Wird er - so wie wir es tun - anklagen? Wird er unser Unvermögen und unseren Eigensinn verurteilen und uns klar zu verstehen geben, dass wir ja schließlich selber an diesem Zustand Schuld haben? Wird er mit dem Finger auf uns zeigen und sagen "Siehste - das habe ich Dir immer schon gesagt, dass das mal so enden wird!"?
Ich denke keines von allen wird eintreten.
Jesus wird sagen:
»Habt keine Angst. Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich!«
Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 14, Vers 1
und
»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.«
Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 14, Vers 6
Setze Dein Vertrauen auf Jesus. Nicht nur in Zeiten solch trauriger Ereignisse, Zeiten, in denen Dir Dein Leben die Sorgenfalten auf die Stirn treibt oder Du Angst vor dem nächstem Tag hast. Sondern auch dann, wenn eigentlich alles "wie auf Schienen" läuft und Du Dein Glück kaum fassen kannst.
Jesus ist nicht schuld an diesem Terror! Punkt! Weder hat Gott ihn nicht verhindert, noch ist Gott für diesen Schwachsinn verantwortlich.
So wichtig und interessant die WARUM-Frage auch ist - sie ist aber vermutlich nicht lösbar. Jedenfalls nicht, ohne uns alle mit in die Antwort einzuschließen.
Daher wünsche ich Dir, lieber Leser, viel mehr, dass Du eine persönliche Beziehung zu Jesus aufbauen kannst. Ganz privat. Ganz geräuschlos. In einem ehrlichen Dialog zwischen Dir und Jesus Christus. Das hat nichts mit Religion zu tun, sondern der Möglichkeit sein eigenes Leben ganz neu zu erobern und vor Gott zu ordnen. Es gibt da sicher das eine oder andere aufzuräumen. Und Du wirst erkennen, wie viel Du Jesus bedeutest! Erkenne, wie Er Dein Leben bereichern will. Dann wird er auch Dir sehr viel bedeuten!
Und ich bete weiter! Weil ich weiß und erfahren habe, wie wirksam Gebete sind.
LG
Jörg
