Sonntag, 2. Dezember 2012

in der impactzone

Die "Impactzone" - ist der Bereich, bei dem die Lippe der Wasserwelle wieder mit dem Wasser zusammentrifft. Je kleiner die Welle (siehe Bild) desto weniger eindrucksvoll. Oder anders formuliert: Damit ein echter Surfer (Wellenreiter) nicht absäuft, sollte er die Impactzone meiden - denn dort herrschen Verwirbelungen und Strudel, die ihm tatsächlich Mühe machen und vielleicht sogar das Leben kosten könnten.

Ich bin kein Surfer. Was ich hier von mir gebe, ist angelesenes - aber immerhin fundiertes - Halbwissen. Hoch lebe Wikipedia. Außerdem sah ich gestern Abend einen Film, in welchem es um Surfer, genauer um eine Surferin ging. In den Extras auf der DVD war u.a. von der Impactzone zu hören - eben jenen Bereich, den es zu vermeiden gilt. Sollte man dennoch hineingeraten, heißt es: "bloß nicht aufgeben, sondern mit aller Kraft versuchen, wieder ´raus zu kommen!".


Meine Urlaubsbilder zeigen keine echte Impactzone. Sie zeigen Wellen, die man eigentlich gar nicht so nennen darf. Sie zeigen Idylle am Pool. Wellen gibt es bestenfalls dann, wenn ich reinspringe. Na ja. 

Physikalisch gesehen, gibt es dann natürlich auch hier eine Impactzone. Winzig klein, komplett ungefährlich und total unauffällig. Aber sie ist da. Immerhin. Und zur Ehrenrettung dieser winzigen Impactzone muss man aber auch sagen, dass man im Pool keine Wellen reitet. Im Meer dagegen schon. Hier kennt die Kraft des Wasser nahezu keine Grenze. Und die Gefährlichkeit kennt auch keine. Die Impactzone wird erkennbar und erfahrbar. Im Meer ist sie brutal und gnadenlos. Wer leichtsinnig mit ihr ein Spiel treibt, kann schnell zum Verlierer werden.

Wieso dieses Thema? Jetzt - mitten im Winter. Wieso kurz vor Weihnachten. Antwort: Zum einen, weil mich der Film angesprochen hat - ein Film, der das Leben einer jungen und hübschen Surferin darstellt, die kurz vor der Höhe ihrer jungen Karriere als Wellenreiterin von einem Hai angegriffen wird. Der Hai schnappt sich ihren linken Arm. Arm ab. Mahlzeit. Doch sie rappelt sich wieder hoch. Kämpft, trainiert, akzeptiert diesen Weg, den sie - nach zähem Ringen irgendwann - als von Gott zugelassen erkennt und anerkennt. Eine wahre Geschichte (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bethany_Hamilton). Sie war - im übertragenden Sinn - in der Impactzone und gab nicht auf. Mit viel Mühe, Kampf- und Überlebenswillen und mit einer sehr großen Portion Gottvertrauen, schaffte sie den Weg aufs "Line-Up", jener Zone, die den Anfang einer Welle beschreibt - um wieder neu zu starten. Aufrecht stehend auf dem Board. Mit viel Speed, Geschick und Technik geht´s dann die welle hinab....

Zum anderen, weil ich mich als "Poolschwimmer" entlarvt sah. Jemand der die Impactzone lieber gegen die Comfortzone eintauscht. Keine Strudel, Keine Verwirbelungen, kein sich-im-Kreis-drehen-ohne-Ausweg, keine Luftnot, usw. usw.! Denn wer will schon Probleme? 

Und genau davon - so scheint es - gibt es in der Weihnachtszeit mehr als genug. Die Weihnachtszeit sollte nämlich auch Comfortzone sein. Doch - fast schon programmatisch - wird sie wie jedes Jahr zur Impactzone. Die Welle bricht über uns zusammen, raubt Ruhe, Frieden, Geborgenheit. In Sachen Weihnachten wird Besinnlichkeit durch Routine und Abhärtung eingetauscht. Geschenke, Familienidyll, Fröhlichkeit. Und spätestens am 27.12. ist wieder alles vorbei - ab auf´s "Line-Up", warten auf die nächste Welle. Ab in den Alltag. Dann noch rasch Sylvester - endlich ein neues Jahr. Auf geht´s von vorne los....

Dabei kann Weihnachten schön sein. Ohne Kommerz und Geschenkewahnsinn. Weihnachten bedeutet mehr als Schlemmen, Verwandschaft (er)tragen, Packpapier, Kerzenschein und "oh du fröhliche". Weihnachten kann zu einem Neuanfang werden. Denn es ist ein Neuanfang.

Denn euch ist heute ... der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr.

Die Bibel, Evangelium nach Lukas, Kapitel 2, Vers 11

Fürchtet Euch nicht, heißt es zuvor im Text. Genau darum soll es gehen. Es geht immer auf und ab. Ob Weihnachten oder nicht-Weihnachten. 

Habe keine Furcht. Nicht vor der Impactzone und auch nicht vor dem "Line-Up". Gott hat eine (Er)lösung gefunden. Wir müssen noch nicht mal hin zu ihm - denn er kam zu uns! Jesus hilft Dir aufs Line-Up, raus aus den Turbulenzen. Mit ihm geht´s erst richtig los. Den Anfang hat er gemacht. Zu Weihnachten. Er ist Christus - (d)ein Retter!

LG
Jörg