Montag, 27. April 2015

Vorfreude

Kennst Du das? Dieses Gefühl vor einer besonderen Situation zu stehen, die Dich fordert, die Dich vermutlich bereichert (ganz sicher bist Du aber nicht), die Dir irgendwie den besonderen Kick geben könnte?! Nur die wenigsten würden auf diese Art einen "Montag" beschreiben - eher einen "Freitag". Endlich Wochenende, endlich zwei Tage frei. Denn an diesem Wochenende wird´s passieren, da wird mein Leben irgendwie saniert, an diesem Wochenende geht ein Ruck durch mein Leben, endlich ist ´was los, das Unvergessliche steht vor der Tür, der Umkrempelmodus ist bereits gestartet....

...und Zack....ist es wieder Montag. Und der ganz normale Wahnsinn beginnt von vorn - mit derselben stetig wachsenden Vorfreude auf das nächste Wochenende, welches so grandiose Änderungen und so viel Bewegung in mein Leben bringt....oder eben auch nicht.

So hangelt man sich von Wochenende zu Wochenende. Oder sogar von Tag zu Tag. 

Ein Leben in der Zentrifuge, die alles irgendwie nach außen schleudert. Ein Leben ohne wahren Mittelpunkt, ständig auf der Suche nach mehr, nach dem Kick, nach der Liebe auf den ersten Blick, nach Anerkennung, nach dem Besonderen - denn Alltägliches gibt es von montags bis freitags. Das brauchen wir nicht auch noch am Wochenende.

Ich kenne diese Denke. Damals im Studium, x-tes Semester, keinen Plan wie es weiter gehen soll oder ob es überhaupt irgendwie weitergeht. Die Studentenkneipe in der man das Abschlusslied am frühen Morgen kennt - jenes Signal nämlich, welches die letzte Runde einläutet. Oft gehört. Und aus dem Radio plärrt später der Satz "Guten Tag meine Damen und Herren - guten Morgen liebe Studenten"....ja - so war es wirklich.

Vorfreude...das Gefühl, das Dich in den Bann zieht, das Dich fesselt, eine geniale Mischung aus Lampenfieber, Phantasie und Lotteriespiel, verbunden mit der Erwartung als Gewinner nach Hause zu gehen. Vorfreude...eine Tinktur aus Leben, Power, Schmacht und Egoismus. Meistens bleibt sie wirkungslos.

Nun stehe ich vor einem besonderen Wochenende. Ein Wochenende mit Durchschlagskraft. 

Mit eben jener Art von Vorfreude, die man so haben kann, wenn man eigentlich sicher ist, dass das Wochenende schlicht "der Brüller" wird, es aber letztlich doch nicht ganz genau weiß und darum insgeheim den Flopp mit einkalkuliert, damit die Enttäuschung nicht zu groß wird. Ein Gedankenknoten, den es zu durchschlagen gilt. Denn es geht an diesem Wochenende nur in zweiter Instanz um mich, es geht in erster Linie um Jesus Christus. Um mein Leben MIT Jesus Christus!

Ein sogenanntes Charakterwochenende steht bevor. Eine echte Chance im Leben eines Mannes, der sein Leben, sein Denken und seine Sicht auf und mit Jesus ins rechte Licht bringen will. Doch die Ungewissheit, wie man die vermuteten Unwägbarkeiten aus Gottes guter Hand nehmen soll....sie trübt die Vorfreude. Und ja, ich weiß: diese Denke ist Betrug am eigenen Glauben, am eigenen Vertrauen auf Jesus. Ich gebe es ja zu! Bin nur Mensch. Nur ein Mann, letztlich also ein Grund mehr an dieser Herausforderung teilzunehmen.

Denn ich möchte Vertrauen. Möchte mich DEM hingeben, der alles für mich getan hat, der einen genialen Plan für mein Leben hat, der noch nie locker gelassen hat, möchte mich auf die Botschaft dessen einlassen, der eine sehr viel krassere Art der Vorfreude vorlebte:

indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.


Auf Jesus blicken. Klingt einfach und ist zugleich kompliziert. Denn zu aller erst sehen wir mal uns. Du siehst Dein Problem, Deine Wünsche, Deine Ziele, Deine Probleme, Deine Sorgen....und machst Jesus zu einer Bildstörung, die irgendwie im Weg ist. Dabei ist Er derjenige, der wusste, dass das, was er erlebt und wofür er stirbt, zu Deinem Vorteil werden wird. Die Freude, die hier angesprochen ist, ist Deine! 100%.

Du darfst Dich freuen, dass Jesus ALLES gab, um Dich von Schuld und Unrecht zu befreien, um Deine Sünde - also das, was Dich von Gott trennt und von Dir einfach nicht beseitigt werden kann, weil es an Dir so schrecklich klebt wie Teer - wegzunehmen, auszulöschen, für nichtig zu erklären. Du darfst Dich freuen, dass er Dein Leben in die Hand nehmen möchte - wenn Du es zulässt. Es ist alles angerichtet....die Rechnung ist bezahlt. 

Was macht das mit Dir? Ist es Dir etwa egal? Schüttelst Du den Kopf oder lässt Du Dich drauf ein? Bekommst Du ein schlechtes Gewissen oder gar den Wunsch mal im Leben aufzuräumen?

Jesus starb für Dich - schau einfach mal hin! Nimm Dir die Zeit....beende mal für ein paar Stunden den Alltag und schärfe den Blick für das wesentliche!

Und ob meine Vorfreude auf das Charakterwochenende das rechte Maß hatte - das weiß ich erst nächste Woche....ich bin mir aber ziemlich sicher.

Und habe echte ungetrübte Vorfreude :-)

LG
Jörg