Samstag, 16. März 2013

Aufstehen....

Neulich in der Eissporthalle. Ich war ohnehin schon erkältet, wollte aber nicht das "Weichei" spielen - also bin ich mit in die Eishalle, um etwa drei Stunden im Kreis zu fahren, immer links herum. Zu jeder vollen Stunde kommt der Zamboni und schliddert übers Eis, macht alle Fugen und Kratzer wieder weg, glättet mit einem scharfen Messer am Heck die Eisfläche. Alle Besucher und Schlittschuhfans belohnen dieses etwa 10-minütige Schauspiel mit aufrichtig neidischen Blicken - denn vermutlich möchte so mancher auch mal mit diesem Truck fahren. Zu gerne würde ich auch mal am Steuer sitzen...

Danach ertönt die Hupe, die Türen zur Eisfläche fliegen wieder auf und alle stürmen auf die freie und - buchstäblich - eisglatte Bahn. Sogleich wummern wieder die Bässe, Nebenschwaden finden ihren Weg durch die Halle und alles fährt irgendwie kreuz-und-quer bei dem Versuch den Takt der Musik zu treffen. Mittendrin demonstrieren einige "spätpubertierende Mittdreißiger", was sie vor etwa 20 Jahren im Eishockeyverein so gelernt haben und fahren mehr oder weniger rücksichtslos durch die Menge. Stets mit diesem diebischen Grinsen, wenn bei einer professionellen Bremsung die im Weg stehende Person ordentlich voll geschneit wird - vom "Bremsnebel". Ha Ha. Das Vergnügen ist ganz auf deren Seite. Ich selber bin froh, wenn die Bande in greifbarer Nähe ist. 

Letztlich haben alle einen Riesenspaß am Samstagnachmittag. 

Ich habe auf dem Eis schon mal die Erfahrung gemacht, was es bedeutet den Halt zu verlieren. Irgendwas oder Irgendwer war im Weg, ein schnelles Ausweichmanöver, noch ein paar Kurven, dann einige sehr unprofessionelle Bewegungen und auf der Suche nach Halt folgt der finale Griff ins Leere - dann der Aufprall und ein Krachen, das durch Mark und Bein geht. Kurz nachzählen: zwei Arme, zwei Beine, zehn Finger, alle lassen sich bewegen. OK. Danach die Analyse des Geschehens: Das Krachen - es hörte sich an wie Knochen - war aber zum Glück nur eine Kufe des Unfallpartners. Schuh kaputt. Glück in Unglück! Man(n) atmet auf, lacht und schleicht sich von der Eisfläche. 

...gedanklicher Bruch.....

Haltlosigkeit - wie auf der Eisfläche - ist in der Theorie gut bekämpfen. Ratgeber gibt es genug. Doch diese können letztlich auch nicht erklären, wie Bremsen und Ausweichen funktioniert - sie machen es einfach. 

Einfach machen! 

Wer im Leben den Halt verloren hat, dem hilft keine Samstagsnachmittagsshow. Auch tolle Ratgeber, die wortreich die eigenen Strategien mit Stolz geschwellter Brust verkünden und gar nicht nachvollziehen können, dass es Probleme außerhalb ihres Horizontes gibt, sind irgendwie nicht so gefragt!

Als ich neulich auf der A46 entlang fuhr, regte ein riesiges Plakat meine Aufmerksamkeit, welches ich selbst bei Tempo 100 gut erkennen und lesen konnte:


Quelle: www.gott.net
Hier könnte eine Antwort auf die Frage nach dem fehlenden Halt sein. Wer diesen Halt will, findet bei dem Gott der Bibel eine Antwort. Und nicht zuletzt ist nicht das Hinfallen das Problem - sondern eher das "Wiederaufstehen"! Mutlosigkeit, Versagensängste, graue Gedanken, bis hin zur Depression erschweren das Aufstehen. Das Liegenbleiben erscheint die einfachere Methode. Schwermut mach sich breit, alles wird zum Kraftakt, man erlernt sogar Methoden, sein Leben aus dem Liegen heraus zu gestalten - im engsten Radius, versteht sich! Doch Liegenbleiben bedeutet in der Regel nichts gutes, bedeutet unter anderem Stillstand und Verlust der Augenhöhe. Man erhält das Gefühl, alle schauen auf mich herab - eine Perpektivlosigkeit, die wirklich nicht gut ist. 

Auf der Eisfläche liegen zu bleiben, kann gefährlich werden. Regel Nr.1: Finger einziehen. Kufen können ganz schön scharf sein....Regel Nr.2: Ratzfatz wieder aufstehen, ab an die Bande, ausruhen, weiter machen!


Der Gottesfürchtige kann sieben Mal fallen und wird doch jedes Mal wieder aufstehen. Den Gottlosen dagegen genügt ein Unglück, um sie zu Fall zu bringen. 

Die Bibel - Buch der Sprüche, Kapitel 24, Vers 16


Gott ist Dir näher, als Du denkst!

LG
Jörg